Sie sind hier:

Landesfilmarchiv


Das Landesfilmarchiv Bremen sucht, sammelt und archiviert historische Filmdokumente zu Bremen, Bremerhaven und Norddeutschland.
 
Vor vielen Jahren schon hat die UNESCO Filme als zu bewahrendes Kulturgut eingestuft. Diese Einschätzung ist auch Leitlinie der Arbeit des Landesfilmarchivs Bremen: Wir suchen, sichten, archivieren und bewahren Filme für die Zukunft, sammeln also Dokumente zur politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung Bremens und des norddeutschen Kulturraums insgesamt.

iBook: Bilder eines deutschen Lebens


Cover iBook

20 Alben mit 1600 Fotos und Zeichnungen, Gemälde, Objekte wie selbst gebasteltes Spielzeug, Medaillen und Orden, dazu mehrere Tagebücher, drei Stunden Schmalfilme und ein Erinnerungsband mit dem Titel "Kriegstagebuch": Das ist der Nachlass des Bremer Kaufmannssohns Eugen Ritter (1899–1974), der den Zeitraum zwischen den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts und 1973 umfasst.
Eugen Ritter wurde sozialisiert im deutschen Kaiserreich, in einer Bremer Kaufmannsfamilie, er war Soldat im Ersten Weltkrieg, er kämpfte in den Freikorps gegen die Bremer Räterepublik und in Oberschlesien. Ritter war ein Gegner der Weimarer Demokratie, er pflegte die militaristischen Traditionen im "Stahlhelm", war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei, diente in Hitlers Wehrmacht als Oberst. Mit seiner anti-republikanischen und anti-demokratischen Grundhaltung repräsentiert er ein Spektrum des deutschen Volkes, das aus dem Kaiserreich kommend bis in die frühen Jahre der Bundesrepublik bedeutsam war.
Ein Bremer Fotoalbum also erzählt deutsche Geschichte, zeigt die Kontinuitäten in den milieubedingten Mentalitäten vom Kaiserreich über die frühen Jahre der Weimarer Republik bis in die 1930er Jahre auf. Im Sinne des Konzepts einer "kollektiven Biografie" wird der individuelle Lebenslauf in den jeweiligen historischen gesellschaftlichen Kontext eingeordnet: Eugen Ritter – ein deutsches Leben in Bremen.
Das iBook eröffnet vielfältige Möglichkeiten für den Unterricht, die ein klassisches Schulbuch nicht bieten kann. Die Galerien mit Bildern der Familie Ritter laden ein zum Vergleich mit Familienbildern, wie sie heute üblich sind. Das Tondokument der Konfirmationspredigt eröffnet einen medial anderen Zugang zum Inhalt als das ebenfalls enthaltene Faksimile.
Dieses Buch ist mit iBooks auf Ihrem Mac oder iPad iTunes zum kostenlosen Download verfügbar. Zum Einlesen können Sie einen Auszug (pdf, 15.6 MB) herunter laden.

"Aufgeben? Niemals!" - Unterrichtsmaterial zur Filmproduktion


Der Bremer Filmemacher Eike Besuden beschreibt in dem Dokudrama "Aufgeben? – Niemals!" den abenteuerlichen Weg der jüdischen Familie Bamberger aus Bremen ins Exil. Jetzt gibt es zu dem Film umfangreiches Unterrichtsmaterial, erstellt von Stefan Ambrosius (Lehrer an der Oberstufe der Schule am Leibnizplatz) und Eike Besuden. Das Material ist vor allem im Fach Geschichte der Oberstufe einzusetzen; viele Aufgaben sind aber auch in anderen Fächern (Deutsch, Englisch) und Schulstufen einsetzbar. Es enthält Arbeitsblätter, Aufgaben und Zusatzmaterialien zum Film. Außerdem liegt eine DVD mit der deutschen und der englischen Fassung des Films sowie einem Interview mit dem Regisseur bei.
Lehrkräfte können das Material abholen oder anfordern beim Medienverleih, medienverleih@lis.bremen.de.
Das Material zum Download (pdf, 4.4 MB)

Sinn und Zweck des Landesfilmarchivs ist es:


  • Historische Filmaufnahmen und Filmwerke inklusive der historischen Technik zu sichern, zu pflegen und der Nachwelt zu bewahren und zu überliefern.

  • Das historische Filmmaterial zu werten, in die Filmgeschichte einzuordnen und seine Bedeutung für die lokale/regionale Kultur zu bestimmen.

  • Das Filmschaffen der Gegenwart zu dokumentieren.

  • Dienstleistungen für schulische und außerschulische Bildungszwecke, für wissenschaftliche Forschung und Lehre, für journalistische Recherche anzubieten.

  • Ein besonderes Anliegen ist es, unsere Materialien einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das können Schulen, Firmen, Bürgerhäuser, Weiterbildungsträger, Geschichtsgruppen oder interessierte Hobbyhistoriker sein.

Unser Bestand enthält eine umfängliche Sammlung von Privatfilmen aus den 1920er bis in die 1980er Jahre. Weitere Sammlungschwerpunkte sind Filmdokumente zur Bremer Wirtschaftsgeschichte, zum Thema Bremen im Dritten Reich und Bremen/Bremerhaven in amerikanischen Quellen. Außerdem verfügen wir über den gesamten Nachlass des Kultur- und Lehrfilminstituts Klemens Lindenau. In unserem didaktischen Archiv finden sich viele Großbild-Dia-Serien (ca. 1914 - 1950), Lichtbild- und Filmbestände von RWU (1934 - 1945) und FWU (1947 bis heute) sowie diverse Eigenproduktionen Bremer Lehrer und Schüler.

Das Landesfilmarchiv ist Mitglied im Netzwerk Mediatheken.

Fritz Fröllje, Mitbegründer der Bremer Filmamateure bei der Arbeit