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Projekt LALE 5

Im Projekt LALE 5 (Lernausgangslagenerhebung in der 5. Jahrgangsstufe) wird ein Testinstrument erprobt, das sich an den Bildungsstandards orientiert und auf dem Hamburger Testverfahren KERMIT 5 basiert. Die Testergebnisse geben Aufschluss darüber, mit welchem Lernstand die Schülerinnen und Schüler in den Unterricht an den weiterführenden Schulen starten.

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An der zweiten Erprobung nehmen 21 Schulen mit ca. 2000 Schülerinnen und Schülern teil. Es sind Schulen aus den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven sowie Oberschulen und Gymnasien vertreten.

In zwei Schulstunden, zu Beginn des Schuljahres 2019/2020, werden durch geschulte Testleiter die Fächer Deutsch (Leseverstehen) und Mathematik (alle Leitideen) getestet. Auch die Auswertung und Dateneingabe wird extern durchgeführt. Die Ergebnisse werden, unter Einbezug der Wünsche der Schulverterterinnen und -vertreter, in Abteilung 2 des Landesinstituts für Schule aufbereitet.

Auch das zweite Jahr der Erprobung wird durch eine Arbeitsgruppe begleitet. Neben den Schulvertreterinnen und -vertretern sind in der Arbeitsgruppe auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Referaten der Senatorin für Kinder und Bildung (SKB), des Landesinstituts für Schule (LIS) und der Mitbestimmungsgremien vertreten. Zielsetzung ist es, das Hamburger Verfahren an die Bremer Gegebenheiten anzupassen und die Schulen in der Arbeit mit den Testergebnissen gezielt zu unterstützen.

Zusätzlich finden während der Erprobung zwei gemeinsame Veranstaltungen statt, zu denen aus den teilnehmenden Schulen Schulleitungen, didaktische Leitungen, ZUP-Leitungen, Jahrgangsleitungen 5, Fachsprecher Mathematik und Deutsch und natürlich Lehrkräfte, die im Schuljahr 2019/2020 eine 5. Klasse unterrichten, eingeladen sind. Auch hier stehen der kooperative Einbezug und die Begleitung der Schulen in ihrer Arbeit mit den Ergebnissen im Vordergrund.

Das LALE 5 Projekt ist Teil der „Qualitätsoffensive für Bildung der Freien Hansestadt Bremen“, die im September 2017 in der Bildungsdeputation beschlossen wurde. Als Antwort auf einen fraktionsübergreifenden Dringlichkeitsantrag wird das Projekt ein vorgezogenes Vorhaben der Weiterentwicklung der datengestützten Qualitätsentwicklung des laut Deputationsbeschluss von Februar 2018 neu zu gründenden Bremer Instituts für Bildungsqualität (IQHB) sein.

Termine


05. Juni 2019 Erste gemeinsame Veranstaltung:
Auftakt- und Informationsveranstaltung
  • Vorstellung KERMIT in Hamburg und LALE 5 in Bremen
  • Besprechung Zeitplan
  • Darstellung Rückmeldeformate
  • Erfahrungen aus Bremen und Hamburg + Diskussion

26. August - 13. September 2019 Testzeitraum
Es wird mit jeder Schule ein Testtag vereinbart, an dem alle 5. Klassen gleichzeitig von Testleiterinnen und Testleitern getestet werden.
September 2019 Erstes Treffen neue LALE 5-AG
September - Oktober 2019 Testauswertung, Dateneingabe, Berechnung und Erstellung Rückmeldungen
Kurz nach den Herbstferien/ Anfang November 2019 2018 Rückmeldungen
Ab Anfang November 2019 Schulinterne Arbeit mit den Rückmeldungen
November - Dezember 2019 Ergebnisworkshops mit Begleitung durch Expertinnen und Experten
Februar 2020 Zweite gemeinsame Veranstaltung:
Fachliche Weiterarbeit mit den Ergebnissen


Berichte Veranstaltungen LALE 5 Schuljahr 2019/2020

Sechzig Lehrkräfte und Schulleitungen der 21 teilnehmenden Schulen sind am Mittwoch den 05.06 ins Forum des LIS Bremen gekommen, um den zweiten Durchgang von LALE 5, der Lernausgangslagenerhebung in Klasse fünf, mit einer Auftaktveranstaltung zu starten. Daniel Kneuper von der Senatorin für Kinder und Bildung begrüßte alle Anwesenden und gab seiner Freude Ausdruck, dass sich trotz der sommerlichen Temperaturen so viele Interessierte eingefunden haben.

Frank Musekamp vom Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung aus Hamburg gab zunächst einen Überblick über das Hamburger Verfahren Kermit, an dem sich LALE 5 orientiert. LALE 5 unterscheidet sich in der Erprobung vom Hamburger Verfahren durch eine verkürzte Testversion und auch das Format der Ergebnisrückmeldungen wurde an die Situation in Bremen und die Wünsche der teilnehmenden Schulen angepasst. Frau Richtering vom LIS Bremen erläuterte diese Unterschiede und stellte auch die Unterstützung der Schulen in der Arbeit mit den Ergebnissen durch begleitende Veranstaltungen und Workshops vor.

Bei Kaffee und Keksen konnten die Teilnehmer sich als Überleitung zu den Erfahrungsberichten aus Hamburger und Bremer Schulen über ihre Erwartungen an das Verfahren und ihre Teilnahme an der Erprobung austauschen. Außerdem wurden in den Kleingruppen auch Fragen für den nächsten Programmpunkt gesammelt.

Die Erfahrungsberichte von jeweils zwei Lehrern aus Hamburg und Bremen konnten mit Beispielen aus dem Schulalltag hervorragend verdeutlichen, wie mit Kermit bzw. LALE praktisch und gewinnbringend in Schulen gearbeitet werden kann. Dietmar Kirchhoff, Abteilungsleiter der Abteilung 2 Schulqualität und Innovationsförderung des LIS, moderierte im Anschluss eine Fragerunde, in der bis dahin noch offene Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die Referenten beantwortet werden konnten.

Berichte Veranstaltungen LALE 5 Schuljahr 2018/2019

Teilnehmer der ersten gemeinsamen Veranstaltung mit Programm, JPG, 66.9 KB

Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Petra Perplies, die Direktorin des Landesinstituts für Schule, 50 Lehrkräfte und Schulleitungen aus allen 11 teilnehmenden Schulen im Haus der Wissenschaft.

Im ersten Teil der zweieinhalbstündigen Veranstaltung stellten die Hamburger Kollegen Dr. Jan Poerschke und Dr. Frank Musekamp das Hamburger Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (ifbq) und das KERMIT-Instrumentarium vor. Es konnten viele Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Testinstrument und zur Testdurchführung beantwortet werden.

Das KERMIT 5-Testverfahren wird in einer verkürzten Version unter den Namen LALE 5 in Bremen erprobt. Carolin Richtering aus der Abteilung 2 Schulqualität und Innovationsförderung des LIS stellte den Zeitplan für die Erprobung vor. Sie ging auf Unterschiede zum Hamburger Verfahren ein und unterstrich den starken Fokus auf die Begleitung der Schulen, die im Land Bremen gemeinsam mit der Arbeitsgruppe und den teilnehmenden Schulen geplant wird. Ein Ausblick auf zwei weitere Veranstaltungen mit den an der Erprobung teilnehmenden Schulen wurde gegeben.

In einer Arbeitspause sammelten Elke Wolf (Schulaufsicht) und Anja Krüger (LIS Abteilung Schulentwicklung und Fortbildung, Referat Allgemeinbildende Schulen) aus der LALE 5-Arbeitsgruppe weitere Fragen zum LALE 5-Instrument und Wünsche für innerbremische und externe Begleitung der Schulen.

Besonders spannend waren die Einblicke in die praktische Nutzung von KERMIT, die eine Hamburger Stadtteilschule (vertreten durch die Schulleiterin Barbara Kreuzer) und ein Hamburger Gymnasium (vertreten durch den Abteilungsleiter Dr. Hanno Frey) geben konnten. Die beiden Lehrkräfte machten deutlich, dass sie keine Empfehlungen geben wollen, wie die Bremer Erprobungsschulen mit LALE 5 umgehen sollen. Sie berichteten aber aus ihren Erfahrungen, welche Probleme aufgetreten sind und wie sie diesen begegneten, über die Wichtigkeit der Rolle der Schulleitung, darüber welchen Nutzen sie aus den Daten ziehen konnten und wie sich die Nutzung von KERMIT-Ergebnissen mit der Zeit veränderte. Die Bremer Lehrkräfte und Schulleitungen nutzen die Gelegenheit, um zahlreiche Fragen an die beiden Praktiker zu stellen.

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Nach einem herzlichen Empfang in der Oberschule an der Lehmhorster Straße in Bremen Nord begrüßte Daniel Kneuper, Gründungsbeauftragter des IQHB, von der Senatorin für Kinder und Bildung die rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der LALE-5 Ergebnisse, die voraussichtlich Ende nächsten Monats erstmals an die Erprobungsschulen zurückgemeldet werden.

Die beiden fachlichen Workshops (Deutsch Lesen und Mathematik) starteten mit einem kurzen Input der Fachberaterinnen zu den Entwicklungsübersichten der Grundschule. Als Lernausgangslagenuntersuchung in der 5. Jahrgangsstufe orientiert sich LALE naturgemäß an den Bildungsstandards und Bildungsplänen der Grundschule. Sehr schnell entstand eine Diskussion über Regelstandards, den Übergang von 4 nach 5 und den Möglichkeiten und Grenzen von LALE 5. Danach untersuchten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine fiktive Rückmeldung nach auffälligen Ergebnissen. Viele Fragen tauchten auf. Diese konnten vor allem durch die Hamburger Kolleginnen und Kollegen aus dem IfBQ und dem LI kompetent beantwortet werden. Auch bei einer ersten Interpretation und ersten Überlegungen zu pädagogischen Handlungsoptionen konnten die Hamburger ihre Erfahrungen einbringen.

Im Workshop für Schulleitungen und Jahrgangsleitungen wurde am Beispiel einer, ebenfalls fiktiven, Schulrückmeldung diskutiert, welche Aussagen den LALE-5 Ergebnissen für die gesamtschulische Arbeit zu entnehmen sind und welche Fragestellungen für die weitere Arbeit durch bestimmte Ergebnisse aufgeworfen werden können. Zentraler Inhalt des Workshops war außerdem die organisatorische Seite der Arbeit mit den Rückmeldungen auf Schul- und Jahrgangsebene. Hierzu stellte Herr Frey aus Hamburg, den viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer schon aus der ersten Veranstaltung kannten, vor, wie in seiner Schule mit den Rückmeldungen umgegangen wird.

In der nächsten Veranstaltungsphase kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Schulteams zusammen, um sich auszutauschen und ein gemeinsames schulisches Vorgehen beim Umgang mit den LALE 5 Ergebnissen zu finden. Im Plenum wurde anschließend über Problemfelder im Vorgehen diskutiert und erste Unterstützungswünsche an das LIS, die SKB und das noch zu gründende IQHB formuliert.

Bild: Das Foto in diesem Absatz stammt von pixabay.com und wurden unter der CC0 Creative Commons Lizenz (freie kommerzielle Nutzung, kein Bildnachweise nötig) veröffentlicht.

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Zum Abschluss des ersten Durchganges von LALE 5 fand auf Wunsch der teilnehmenden Schulen ein Fachtag statt. Schwerpunkt dieses Fachtages war die fachliche Weiterarbeit nach den LALE 5-Ergebnissen. Das Programm bot sowohl Raum für einen Austausch zwischen den beteiligten Schulen wie auch für schulinterne Diskussionen und Planungen.

Nach Veranstaltungen in Bremen Mitte und Bremen Nord waren wir dieses Mal im LFI Bremerhaven zu Gast. Anke Detering, Schulaufsichtsbeamtin aus Bremerhaven, begrüßte die 59 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dietmar Kirchhoff berichtete danach kurz aus dem Gesamtzusammenhang des zu gründenden Bremer Qualitätsinstituts und konnte als Perspektive folgende Nachricht der Senatorin übermitteln: LALE 5 wird im nächsten Schuljahr weitergeführt und auch für die erneute Testung der Schülerinnen und Schüler in der 7. Jahrgangsstufe spricht sich die Senatorin aus. Anschließend führte Carolin Richtering in das Programm des Fachtages ein.

Am Vormittag wurden auf dem „Marktplatz“ für die Fächer Mathematik und Deutsch Förderkonzepte, Unterrichtsmaterial und digitale Angebote, sowie Fortbildungsveranstaltungen des LFI und des LIS vorgestellt. Hier fand ein reger Austausch der teilnehmenden Lehrkräfte untereinander und mit Fachexpertinnen und –experten statt. Zusätzlich gab es fachliche Beiträge zu einem Gesamtkonzept zur Leseförderung nach Kompetenzstufen (Dr. Susann Herpel), zu PIK AS (Stefanie Pupel und Anna-Lena Junge), Mathe sicher können (Marc Schönfelder) und dem diagnostischen Interview KIWIS (Julia Cramer).

Die Zeit für den schulinternen Austausch wurde sehr intensiv genutzt. Die angereisten Kollegien nutzen diese Zeit um ungestört vom Alltagsgeschäft die Implikationen der LALE 5-Ergebnisse für ihre Schule, ihre Klassen und ihre Schülerinnen und Schüler zu besprechen. Dabei griffen sie Input aus dem Marktplatz und den fachlichen Beiträgen auf.

Im Laufe der Erprobung wurden mehrfach Evaluationen durchgeführt. Andrea Timcke stellte zum Abschluss der Veranstaltung die Ergebnisse dieser Evaluationen vor. Dabei ging es um die Bereiche Testdurchführung, Ergebnisrückmeldung, Ergebnisworkshops, Unterstützung und Veranstaltungen. Carolin Richtering schloss den Tag mit einer Vision, wie es mit LALE 5 im nächsten Schuljahr weitergehen könnte.

Der besonderen Rahmen der Veranstaltung wurde durch die einladende Atmosphäre des LFI geschaffen, das uns für diese Veranstaltung komplett zur Verfügung stand. Die sehr professionelle Organisation und die umfassende Sorge fürs leibliche Wohl durch Ulrike Rathjen und ihre Kolleginnen vom LFI Bremerhaven, hat viel zum Gelingen des Fachtages beigetragen.