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Suchtpräventives Stadtteilprojekt Mitte/östliche Vorstadt

Verleihung eines Preises für gute Projekte, JPG, 43.0 KB

Das Suchtpräventive Stadtteilprojekt Mitte/Östliche Vorstadt existiert in der jetzigen Form seit dem 1.3.1995. Es wird getragen durch eine enge Kooperation von:

Suchtprävention Bremen im Landesinstitut für Schule und Ortsamt Bremen Mitte/Östliche Vorstadt.

Im Bremer Drogenhilfeplan ist die Stadtteilarbeit als wichtigstes Standbein in der suchtpräventi-ven Arbeit ausgewiesen. Dementsprechend existieren langjährige Erfahrungen mit dieser Form der Arbeit, an die angeknüpft werden konnte.
Die Besonderheit im Suchtpräventiven Stadtteilprojekt Mitte/Östliche Vorstadt ist jedoch die enge und inzwischen langjährige Kooperationsbeziehung zwischen den Partnern. Nie zuvor war eine kommunale Struktur (Ortsamt Mitte/Östliche Vorstadt) so eng an der Planung, Gestaltung und Durchführung eines solchen Projektes beteiligt. Das Interesse und die Notwendigkeit einer so en-gen Kooperation mit der Suchtprävention ergibt sich aus der Situation im „Viertel“ und aus dem Anspruch dieses Ortsamtes, sich besonders für die Belange der Jugendlichen zu engagieren.

Im Rahmen des Suchtpräventiven Stadtteilprojektes sind erfolgreich suchtpräventive Vorhaben entwickelt worden. Das Klima unter den Jugendeinrichtungen im Stadtteil hat sich verändert, Suchtprävention einen anderen Stellenwert erhalten.
Es ist im Projektverlauf gelungen, mehr Öffentlichkeit für die Suchtprävention und die Probleme der Jugendlichen herzustellen. Mit Hilfe des Projektes konnten Ideen und Strategien entfaltet werden, die das Einwerben von zusätzlichen Geldern möglich machte, politischen Druck für die Interessen der Jugendlichen erzeugte und verschiedene Einrichtungen und Institutionen zu Abspra-chen zwang, die sonst nicht zustande gekommen wären. Damit waren Innovationsprozesse für bestehende Einrichtungen verbunden. Bei vielen Projektbeteiligten sind neue Sichtweisen entstanden, neue Ideen entwickelt und einige neue Vorhaben begonnen worden.
Die Struktur des Projektes (verschiedene Arbeitsgruppen zu den aktuellen Themen mit unter-schiedlicher Laufzeit und unterschiedlicher Intensität) erwies sich als flexibel und gut geeignet, um die schnelllebigen Interessen der Jugendlichen einzubeziehen. Wir konnten so adressatenorien-tiert arbeiten. Zwischen den einzelnen Anbietern sind kurze Wege entstanden, die persönliche Kontakte erleichtern die Zusammenarbeit und erhöhen die Freude an der Arbeit. Zur Flexibilität und Schnelligkeit des Projekts trug u.a. die strukturelle Kooperation mit einem freien Träger bei.

Die Erfolge des Projektes motivieren die InitiatorInnen für den nächsten Arbeitsabschnitt, dennoch bleiben auch bei uns Befürchtungen. Mit einem solchen Projekt erhöhen sich die Erwartungshal-tungen, Wünsche werden in Zeiten extremer Sparpolitik gefördert. Gleichzeitig werden die Träger suchtpräventiver Arbeit in Bremen gefährdet durch Haushaltskürzungen. In den Jugendverbänden und -einrichtungen wächst die Sorge, dass Jugendförderung in Bremen mehr und mehr an Stel-lenwert verlieren könnte. Wenn Träger der Jugendförderung oder Jugendhilfe gefährdet oder abgebaut werden, wird auch der suchtpräventiven Arbeit in Bremen eine wichtige Grundlage entzogen.
Bisher ist es immer gelungen, trotz schwieriger Bedingungen Projekte zu starten und entsprechen-de PartnerInnen zu finden, auf die Erfordernisse zu reagieren bzw. konzeptionell neue Vorhaben aufzulegen. Das war nur möglich durch die inzwischen langjährigen Kooperationsbeziehungen zwischen den Anbietern im Jugendbereich. Die Vielfalt der Angebote im Rahmen des Projektes hat sich übrigens erhöht, obwohl die personellen Mittel für das Projekt geringer geworden sind und auch die finanzielle „Sonderförderung“ der Anfangsphase durch die Suchtprävention und die Beiräte ausgelaufen ist. Auch dies ist nur durch Kooperation und Aufgabenverteilung möglich geworden.
Derzeit werden ausschließlich Mittel für spezielle Projekte bei verschiedenen Stellen eingeworben. Ein eigener Topf würde Mühe sparen und noch mehr Flexibilität möglich machen.
Wir wünschen uns, dass dieses Projekt nicht zwischen Sparzwängen, politischen Interessen und anderen Interessenkonflikten zerrieben wird, sondern orientiert an den Jugendlichen aber auch an den gesellschaftlichen Realitäten möglichst viel Freiraum und Handlungsspielraum behält und neue Ideen in der Suchtprävention entwickeln und ausprobieren kann.

Materialien finden Sie unter: Suchtprävention Materialien