Sie sind hier:

Schritte durch den Qualitätszyklus

Erste Schritte zu einer erfolgreichen Selbstevaluation

Ausschnitt des Brettspiels Monopoly, jpg, 25.0 KB

Gehen Sie zurück auf Start...
[COUNTER VERSTECKT]Sie haben bereits ein bisschen in unserer Methodensammlung auf der Startseite gestöbert und etwas Interessantes gefunden? Dann legen Sie die konkrete Methode bitte noch einen Moment zur Seite und lesen Sie weiter warum.

Verhindern Sie unnötige Frustrationen

Bild eines Qualitätszyklus mit 9 Phasen, jpg, 16.5 KB
Zyklus einer Qualitätsevaluation

Oft wird angenommen, dass die Auswahl der passenden Instrumente der zentrale Teil einer Selbstevaluation ist (Phase 5 im Qualitätszyklus). Unserer Erfahrung nach entstehen Frustrationen allerdings meist deshalb, weil eine Datenerhebung nicht ausreichend vorbereitet wurde und die Auswertung dadurch keine befriedigenden Ergebnisse liefern kann. Die Daten liegen zwar vor, aber was sagen sie uns?

Ersparen Sie sich diese Frustrationen und beginnen Sie Ihre Arbeit am Anfang des Zyklus.

Ausschnitt Qualitätszyklus, jpg, 15.7 KB

1. Evaluationsbereich klären

In welchem Bereich steht eine Entscheidung an? Was wollen Sie überprüfen?
Dieser Schritt kommt Ihnen eventuell überflüssig vor. Sie wissen ja, was Sie überprüfen wollen. Aber wissen es auch alle am Prozess Beteiligten?

Indem Sie möglichst viele Personen (und Personengruppen) bereits bei der Generierung der Fragestellung mit einbeziehen, sind diese auch bei der Durchführung der Evaluation eher zur Mitarbeit bereit. Klären Sie also den Evaluationsbereich je nach Fragestellung mit Ihren Schülern, Kollegen oder Eltern und halten sie die Ergebnisse schriftlich fest.

Tragen Sie zusammen, was Sie alles schon wissen oder an Daten zur Verfügung haben. Das hilft, den konkreten Evaluationsbereich präziser zu erfassen und einzugrenzen.

Fallbeispiel: Musterschule Torfkanal
Anregungen aus dem Kollegium und der Elternschaft haben dazu geführt, dass die Schulleitung, die Art und Weise wie Schülerinnen und Schüler in Ihrer Leistung bewertet werden, näher untersuchen möchte.
Gemeinsam mit dem Kollegium und Schülervertretern wird die Leistungsbewertung in der Schule als Evaluationsbereich definiert, um eine solide Datenbasis für eventuelle Entwicklungsmaßnahmen zu erhalten.

2. Qualitätsleitsätze bestimmen

Was ist Ihr Leitbild? Was sind Ihre Zielsetzungen?
Nachdem der Evaluationsbereich definiert wurde, sind Sie vermutlich gespannt auf die Erhebungsinstrumente.

Aber es sind noch Fragen offen: Was bedeutet für Sie eigentlich gute Qualität beziehungsweise schlechte Qualität? Um den Gegenstand der Evaluation in diesem Kontinuum einordnen zu können, müssen vorher beide Pole beschrieben werden.

Dies gelingt, indem Sie gemeinsam mit den beteiligten Personen sogenannte Qualitätsleitsätze formulieren. Diese Leit- oder auch Zielvorstellungen, beschreiben den optimalen Zustand Ihres Evaluationsbereiches, an dem sich die Bewertung nach Abschluss der Evaluation zu orientieren hat.

Fallbeispiel: Musterschule Torfkanal
Die Schule klärt für sich, was eine qualitativ gute Leistungsbeurteilung beinhalten sollte, indem Sie verschiedene Leitsätze definiert:

  1. Die Bewertung der Leistung von Schülerinnen und Schülern ist transparent.
  2. Die Rückmeldungen zu schriftlichen Leistungen sind so gestaltet, dass Schülerinnen und Schüler damit konstruktiv umgehen können.
  3. ...
Ausschnitt Qualitätszyklus, jpg, 15.4 KB

3. Kriterien klären

In welchen konkreten Handlungen kommen die beschriebenen Zielvorstellungen zum Ausdruck? Welche Merkmale kennzeichnen die Situationen, die evaluiert werden sollen?
Zwischen den Schritten 2 und 3 gibt es einen engen Zusammenhang. Indem Sie die oben genannte Frage beantworten, konkretisieren Sie ihre Zielvorstellungen und identifizieren gleichzeitig Situationen und Handlungen die Sie mit einer geeigneten Methode untersuchen können.

Fallbeispiel: Musterschule Torfkanal
Zu den entwickleten Leitsätzen werden passende Kriterien formuliert.

Zu Leitsatz 2. "Die Rückmeldungen zu schriftlichen Leistungen sind so gestaltet, dass Schüler/-innen damit konstruktiv umgehen können." lauten die Kriterien:

  1. Die individuelle Bewertung beschreibt den persönlichen Leistungszuwachs.
  2. Sie schließt frühzeitig Maßnahmen der Selbstbewertung mit ein.
  3. Die Schülerinnen und Schüler geben ein Feedback zur Bewertung.

4. Indikatoren festlegen

Woran können Sie konkret erkennen, ob und in welchem Umfang die gewünschten oder befürchteten Handlungen vorkommen oder die Merkmale ausgeprägt sind?
Dieser letzte Schritt vor dem Auswählen einer geeigneten Methode, markiert eine Schlüsselstelle im Evaluationszyklus. Hier zeigt sich zum Einen, welche Kriterien tatsächlich Bestand haben für die Evaluation. Denn wenn Sie keine Indikatoren finden, die sich beobachten, beschreiben oder erfragen lassen, müssen Sie das entsprechende Kriterium für die Evaluation aussetzen oder überarbeiten.

Zum Anderen gibt es eine enge Wechselwirkung zwischen Indikatoren und Instrumenten. Deshalb ist es gut, wenn Sie die Vielfalt der Methoden und Instrumente (siehe Methodensammlung) "auf dem Schirm haben", aber auch deren Grenzen kennen.

Fallbeispiel: Musterschule Torfkanal
Mit einigen in Frage kommenden Evaluationsmethoden im Hinterkopf, versucht die Schule für jedes Kriterium passende Indikatoren zu formulieren.

Für das Kriterium "Die individuelle Bewertung beschreibt den persönlichen Leistungszuwachs." werden folgende Indikatoren festgelegt:

  1. Die Leistungsrückmeldung enthält einen Hinweis auf vorherige Leistungen.
  2. Die Schülerinnen und Schüler wissen, ob ihre Leistungen sich verbessert oder verschlechter haben.
  3. Es gibt wenig Rüchfragen von Eltern zur schriftlichen Leistungsentwicklung ihrer Kinder.
Händen durchsuchen einen Karteikasten, jpg, 20.9 KB

Und wie geht es weiter?

Auf der Suche nach der richtigen Methode
Sie haben die Schritte 1-4 des Qualitätszyklus mit den Beteiligten zusammen erfolgreich bewältigt? Dann geht es jetzt an die konkrete Umsetzung Ihrer Selbstevaluation.

Versuchen Sie aus unserer Methodensammlung ein geignetes Instrument zu finden und passen Sie dieses dann Ihrer spezifischen Fragstellung an. Die Schritte 6-8 des Qualitätszyklus werden Sie in den Methodenbeschreibungen unter den Gliederungspunkten "Durchführung" "Auswertung" und "Ergebnisssicherung" in leicht abgewandelter Form wieder finden.

Welche Konsequenzen Sie aus den Ergebnissen Ihrer Selbstevaluation ziehen, bleibt natürlich in Ihrer Verantwortung. Wir jedenfalls würden uns freuen, wenn Sie aufgedeckte Schwachstellen nutzen um Ihr professionelles Handeln zu optimieren und Sie auf das, was bereits gut läuft, stolz sein können.