Sie sind hier:

Mit Mirola durch den Zauberwald

Cover Mirola, jpg, 84.5 KB

Herausgeber: Christa Hirschfeld und Maresi Lassek
Illustriert von Marlit Peikert

Beobachtungsverfahren für den Schulanfang

1. Klasse

Inhalt und Nutzen

Mirola stellt ein Beobachtungsverfahren dar, das der Erfassung der Lernausgangslage im Rahmen einer Gruppenbeobachtung dient. Das Verfahren bietet durch die in einer Box mitgelieferten Materialien und Anweisungen die Möglichkeit, Beobachtungen strukturiert durchführen und dokumentieren zu können. Die Durchführung gleich zu Beginn der 1. Klasse ermöglicht es der Klassenlehrerin oder dem Klassenlehrer, ihre Schülerinnen und Schüler in Zusammenarbeit mit Spielleiter und Beobachter relativ vergleichbar, objektiv und systematisch zu beobachten. Diese dokumentierte Lernausgangslage kann als Basis für eine Einschätzung der in der Folgezeit durchgeführten Vergleichsarbeiten und Tests herangezogen werden, gibt aber auch Hinweise für den Unterricht, die Förderung oder den Dialog mit den Eltern.

Vorbereitung, Durchführung & Auswertung

Vor der erstmaligen Durchführung von Mirola sollte das gut siebzig Seiten starke Handbuch und die zwölfseitige Handreichung zur Beobachtung durchgearbeitet werden. Das Material in der Mirola-Aufbewahrungsbox sollte durchgesehen, ein geeigneter Raum sorgfältig hergerichtet und die Einteilung für Beobachter und Beobachtungsgruppen erstellt werden.
Über eine Rahmenhandlung werden die Mädchen und Jungen von drei Beobachtern durch die 6 Stationen des vorbereiteten Raumes begleitet. Mirola wird zu Beginn des ersten Schuljahres durchgeführt und weist der Klassenleitung die Rolle eines reinen Beobachters zu, der nicht durch Dokumentation belastet und abgelenkt ist. Jeweils 6 bis 8 Kinder der Beobachtungsgruppen absolvieren die Stationen, an denen in unterschiedlicher Kombination die Basiskompetenzen Grob- und Feinmotorik, Wahrnehmung, Pränumerische Kompetenz, Lateralität, Sprachkompetenz, Artikulation, Phonologische Kompetenz, Merkfähigkeit sowie Arbeits- und Sozialemotionales Verhalten beobachtet werden können. In drei Auswertungsrunden tauschen sich nach der Durchführung Klassenlehrerin oder Lehrer, Spielleiter und Beobachter aus, dokumentieren die Ergebnisse mit Hilfe der Beobachtungsbögen 1 und 2 sowie des Gruppenbogens für die Lerngruppe und des individuellen Schülerbogens, der neben den Einschätzungen der Beobachtungen in drei Kategorien noch weitere Erläuterungen und Empfehlungen für Klassenunterricht und Förderung, aber auch außerschulische Maßnahmenempfehlungen enthält. Die Durchführung für eine Kindergruppe beansprucht etwa zwei Unterrichtsstunden. Danach wird weitere Zeit für die Auswertungsgespräche benötigt.

Einordnung

Bei Mirola handelt es sich um ein strukturiertes Beobachtungsverfahren, das auch durch den Einsatz von drei Beobachtungspersonen sowie die vorgegebene Beobachtungsstuktur hinreichend objektive Ergebnisse liefert. Die Ergebnisse werden von den Beobachterinnen abgeglichen, also kommunikativ validiert und Schlussfolgerungen für Unterricht, Förderung und Elternarbeit gemeinsam abgeleitet.
Das Verfahren wurde vielfältig erprobt, durch Schulbegleitforschung auf unterschiedliche Schulstandorte ausgeweitet und von der Universität Bremen wissenschaftlich begleitet.
Das Verfahren wird im Bundesland Bremen verpflichtend durchgeführt.

Material

Material Mirola, jpg, 64.9 KB

Mirola kostet 196,00 Euro und ist im Finken Verlag GmbH erhältlich.

Die Materialbox enthält neben den umfangreichen und kindgemäß gestalteten Materialien ein Handbuch, eine CD mit dem Mirola-Lied und einem Tanz sowie die Handreichung zur Beobachtung.
Zum Material gehört auch die aus weichem Stoff gefertigte Handpuppe Hexe Mirola.