Sie sind hier:

Förderdiagnostik zwischen Selektion und Integration

In Verantwortung von Frau Professorin Dr. Simone Seitz (Universität Bremen) (http://simone.seitz.uni-bremen.de)
Bis 01.10. 2008 Frau Prof. Dr. Christine Freitag (jetzt Universität Paderborn)
Weitere Beteiligte der Universität Bremen:
Fabian Niestradt (Honorarkraft; Universität Bremen)
Anna-Ninja Meyer (student. Hilfskraft; Universität Bremen)

Schulen:

Laufzeit: 01.08.2007 bis zum 31.07.2010

Kooperationspartner im LIS

Jochen Behrendt
(Referent für Schulbegleitforschung, Abteilung Qualitätssicherung und Innovationsförderung)

Projektbeschreibung

Im Netzwerk "Förderdiagnostik zwischen Integration und Selektion" der Bremer Schulbegleitforschung arbeiten Lehrkräfte verschiedener Schulen im Bremer Stadtteil Huchting gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden der Bremer Universität zur Frage der Diagnostik im Kontext der Zuschreibung „sonderpädagogischen Förderbedarfs“ und zum Umgang der beteiligten Lehrkräfte und ihrer Schülerinnen und Schüler mit Mitschülerinnen und Mitschülern, denen Förderbedarf attestiert wurde. Dabei geht es besonders um das Verhältnis von Integration und Selektion im Schulalltag, also um Prozesse, in denen Schülerinnen und Schülern ein bestimmter Status innerhalb einer Lerngruppe zugeschrieben wird.
Das Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs stellt eine wesentliche Schnittstelle im schulischen Bildungsgang dar, für die verschiedene Motivlagen angenommen werden können. Zum einen soll die Feststellung individueller Bedarfslagen der besseren Förderung von Individuen dienen, zum anderen steht dahinter der Anspruch, Schülerinnen und Schüler – im Sinne äußerer Differenzierung – einer für sie „maßgeschneiderten“ Schullaufbahn zuzuweisen. Auch im Zuge einer weitgehenden Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Grund- und Sekundarschulen bleibt dabei die Notwendigkeit bestehen, sonderpädagogische Feststellungsverfahren, instrumentelle Diagnostik sowie die verschiedenen Formen der Beschulung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf (integrativ, kooperativ, Förderklasse) auf ihr mögliches Diskriminierungs- bzw. Stigmatisierungspotential zu prüfen. Zentral für die Arbeit des Netzwerkes ist daher die Frage nach dem „F“ (Förderbedarf), also die Frage, wie Diagnosen „sonderpädagogischen Förderbedarfs“ entstehen, wer sie zuschreibt und was sie für ein Kind bedeuten. Darüber hinaus ist die Frage von Belang, welche Bedeutung diesem „F“ vor dem Hintergrund der schulstrukturellen Situation sowie in Bezug auf bildungspolitische Entwicklungen zur schulischen Integration zukommt.
Die Arbeit im Netzwerk begann im September 2007 und ist auf drei Jahre angelegt. Das Netzwerk zeichnet sich durch eine interdisziplinäre und schulformübergreifende Kooperation zwischen Schulpädagogik und Integrationspädagogik sowie zwischen Förderzentrum und Grund- und Sekundarschulen aus. Im Netzwerk waren in der hier dokumentierten ersten Forschungsphase (2007-2008) im Einzelnen folgende Personen und Institutionen vertreten: Kerstin Hollwedel (Grundschule Grolland), Nina Schmidt und Kerstin Kauf (Integrierte Stadtteilschule Hermannsburg), Anja Jacobsen (Förderzentrum Huchting für „Lernen, Sprache und Verhalten“) sowie von Seiten der Universität Bremen (Fachbereich Erziehungs- und Bildungswissenschaften) Christine Freitag, Silvia Thünemann, Marius Harring und Imke von Bargen (Schulpädagogik) sowie Simone Seitz und Matti Gorges (Inklusive Pädagogik).

[FETTBerichte/Ergebnisse]

Präsentation des Netzwerkes auf der 14. Jahrestagung Schulbegleitforschung in Oldenburg am 18.09.2009
[LINK20129; Eene meene muh und raus bist du]

Der zum Ende der Netzwerkarbeit vorgelegte Kurzbericht gibt einen Überblick über den Verlauf und die Ergebnisse der Arbeit.
[LINK31846;Netzwerk Diagnostik - Empfehlungen und Bericht]