Sie sind hier:

Sprachbildung und Sprachförderung ab der Sekundarstufe I

Vor dem Hintergrund der sprachlichen und soziokulturellen Vielfalt der Schüler:innen bedeutet Sprachliche Bildung ab der Sekundarstufe I neben dem weiteren kontinuierlichen Ausbau der Alltagssprache vor allem den stabilen Aufbau fachsprachlicher Kompetenzen.
Die Entwicklung dieser bildungssprachlichen Kompetenzen ist Voraussetzung für die erfolgreiche Teilhabe am Unterricht und das Erreichen möglichst hoher Bildungsabschlüsse.

Die Sprachbildung zielt daher darauf ab, Fachlernen und Sprachlernen so zu verbinden, dass Schüler:innen mit den fachlichen Inhalten zugleich auch die sprachlichen Mittel für deren Verständnis und Bearbeitung erwerben. Verständnis und Gebrauch der Bildungssprache müssen von allen Schüler:innen in jedem Unterricht erlernt und geübt werden.

Die additive Sprachförderung (in einer zusätzlichen Lernzeit außerhalb des Unterrichts) und die integrative Sprachförderung (während des Unterrichts) berücksichtigen sowohl eine verzögerte sprachliche Entwicklung als auch eine im Aufbau befindliche Zweitsprachenkompetenz und setzen durch zusätzlichen Unterricht oder zusätzliche Sprachlernangebote gezielt bei den vorhandenen Kompetenzen der Lernenden an.

Entwicklungsschwerpunkte

Leseband

Seit dem Schuljahr 2024/25 werden ganze Jahrgangsteams 5/6 der Oberschulen zur Umsetzung des Leseband-Konzeptes nach Prof. Steffen Gailberger qualifiziert. Die zugehörigen Fortbildungen und die Lesegeschwindigkeits­fortschritte der Schüler:innen werden evaluiert und es wird eine regelmäßige Praxisreflexion mit Erfahrungsaustausch realisiert.

Werkstatt inklusiver Deutschunterricht (WiDu)

Diese Materialsammlung für inklusiven Unterricht bietet Lese-Hörbücher und eBooks zur Förderung von Sprachkompetenzen, Texte in Leichter und Einfacher Sprache zur Differenzierung, spannende Sachtexte in verschiedenen Vorlesegeschwindigkeiten oder DaZ-Material und mehr. Die über 8000 Medien sind digital aufbereitet, mehrstufig differenziert und fachdidaktisch professionalisiert.

Fortbildungen zu Sprachbildung und Sprachförderung

Neben zentralen Fortbildungen als Workshopnachmittage, Fachtagen oder Qualifizierungsreihen können wir auf schulspezifische Bedarfe mit schulinternen Formaten nach Absprache reagieren. Themen können z.B. sein: sprachsensibler Fachunterricht, Vertiefung der Angebote des Lesebandes oder von WiDu oder LRS-Förderung.

Deutsch als Zweitsprache (DaZ)

Wir bieten eine einjährige Zertifizierungsqualifikation für Lehrkräfte, die deutschlernende Schüler und Schülerinnen sprachfördernd in der Sekundarstufe I/II unterrichten möchten.
Für Lehrpersonen, die in Vorklassen oder Willkommensschulen unterrichten, bieten kontinuierliche Fortbildungen und Netzwerktreffen.

Sprachberatung

Sprachberater:innen sind an ihren Schulen zentrale Ansprechpersonen zum Themaund übernehmen neben der Schulleitung konzeptionelle, beratende und kooperierende Aufgaben, um die Qualität der Sprachlichen Bildung zu gewährleisten. Wir unterstützen Sprachberater:innen insbesondere mit der Durchführung regelmäßiger qualifizierender Netzwerktreffen, einem individuellen Beratungsangebot und spezifischen Fortbildungen zu relevanten Themen.
Kontakt: christine.herzog@lis.bremen.de
Spielfiguren bilden ein symbolisches Netzwerk

Deutsches Sprachdiplom

Zugewanderte Schüler:innen, die die Vorkurse besuchen, haben die Möglichkeit, das Deutsche Sprachdiplom (DSD I) zu erwerben. Wir bieten in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen eine Fortbildungsreihe zur Einführung des Deutschen Sprachdiploms an. Die Teilnahme an den Fortbildungen ist Voraussetzung dafür, dass das DSD I abgenommen werden kann. Die Organisation des Prüfungsdurchgangs erfolgt durch das Bildungsressort.

Vernetzung der Sprachberater:innen

In Regio AGs wird den jeweiligen Sprachberater:innen der Bremer Schulen ein moderierter Austausch ermöglicht. Themen sind unter anderem.:

  • Unterstützung bei der Erstellung schuleigener Förderplane
  • Sammlung Interessen Fortbildungen
  • Transfer der Qualifizierungsmaßnahmen auf die Region/auf die Schule/auf die Rolle als Sprachberater:in
  • Sprachbildungskonzept: Bedeutung für die Arbeit der Schule und die regionale Arbeit
  • Rolle der Sprachberater:in

Die Termine für die zumeist selbstorganisierten Regio AGs werden jeweils in den Regionen vereinbart.

LIS Fortbildung · Alexandra Brietzke