Bildung gemeinsam gestalten – Professionalität entfalten: Leitbild des Landesinstituts für Schule
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Unsere Vision für Bildung in Bremen
Die Vision stellt den Idealzustand der Bildung im Land Bremen dar. Damit formuliert sie einen langfristigen Idealzustand, der allen Bildungsakteuren Orientierung gibt und hilft, die eigenen Aktivitäten auszurichten.
Die vom Ressort für Kinder und Bildung, dem Institut für Qualitätsentwicklung Bremen und dem Landesinstitut für Schule geeinte Vision für Bildung in Bremen lautet:
Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene im Land Bremen lernen chancengerecht, potenzial- und leistungsorientiert, um sich bestmöglich in ihrer Persönlichkeit zu entwickeln und verantwortlich Zukunft gestalten zu können.
Um dies zu ermöglichen, gestalten alle Akteur:innen des Bildungssystems ihre Arbeit beziehungs- und bedürfnisorientiert und passen Abläufe, Strukturen und Institutionen kontinuierlich, datenbasiert und proaktiv auf Basis demokratischer und menschenrechtsorientierter Haltung an gesellschaftliche, technologische und pädagogische Herausforderungen an.
Von dieser gemeinsam getragenen Zielvorstellung leiten wir für das Landesinstitut unseren konkreten Auftrag, unsere Werte und unsere strategischen Ziele ab.
Unser Auftrag
Der Auftrag konkretisiert den Beitrag des Landesinstituts zur Vision des Landes Bremen. Er benennt, für welchen Aspekt der Vision das Landesinstitut Verantwortung übernimmt und welche Stärken es in deren Erfüllung einbringt:
Bildung gemeinsam gestalten – Professionalität entfalten.
Wir verstehen Bildung als Beitrag zur Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft. Deshalb richten wir unsere Arbeit konsequent darauf aus, Menschen zu befähigen, verantwortungsvoll, reflektiert und gestaltend in einer komplexen Welt zu handeln.
Das Landesinstitut fördert damit eine Bildung, die Wissen, Werte, Haltungen und Handlungskompetenzen verbindet und mündige, zukunftsfähige Akteur:innen in Schule und Gesellschaft stärkt.
Als Kompetenzzentrum unterstützen wir alle Beteiligten an frühkindlicher und schulischer Bildung, indem wir insbesondere
- die Ausbildung von Lehrkräften sowie
- die Weiterqualifizierung von pädagogischen Fachkräften sicherstellen,
- Bildungspläne und Abschlussprüfungen entwickeln,
- Kindertageseinrichtungen und Schulen bei ihrer Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung
- unterstützen und begleiten und
- das Ressort für Kinder und Bildung beraten.
So tragen wir dazu bei, die Qualität von Bildung im Land Bremen nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln.
Unsere Werte
Unsere Werte bestimmen, wie wir unseren Auftrag erfüllen, zusammenarbeiten und Entscheidungen treffen. Sie prägen unsere Arbeit und Kultur. Sie wirken auch auf alle Menschen, die am Landesinstitut aus- und fortgebildet werden und damit mittelbar auf die Gestaltung von Kita, Schule oder beruflicher Bildung.
Unser Handeln steht dabei stets im Einklang mit dem geltenden Recht. Werte können im alltäglichen Handeln in Spannung zueinanderstehen. Diese Spannungen verstehen wir als produktiv und nutzen sie für reflektierte Entscheidungen.
Diese vier Werte prägen die Arbeit am Landesinstitut im Besonderen:
- ERKENNTNIS
Wir leben und erwarten eine kritisch hinterfragende Haltung, um Fakten und Perspektiven analysieren und bewerten zu können. Deswegen beruht unsere Arbeit auf dem Erarbeiten von Wissen und der Neugierde am Lernen, und wir verstehen daher Fehler als Chance, im Team kontinuierlich besser zu werden.
Wir suchen das Gespräch miteinander und ringen um das beste Ergebnis. Entscheidungen sind nachvollziehbar begründet. - RESPEKT
Wir l(i)eben Vielfalt. Respekt bedeutet für uns, die Würde jeder Person anzuerkennen und zu schützen. Wir schätzen und nutzen die Vielfalt an Professionen und Perspektiven im Miteinander und achten Menschen mit ihren unterschiedlichen Lebensrealitäten, wie sie auch in der Bremer Landesverfassung benannt sind.
Veränderung braucht Zusammenhalt. Veraltete Rollenmuster wirken bis heute. Wir hinterfragen solche Muster offen, benennen sie klar und schaffen Raum für neue, gleichberechtigte Formen des Handelns und Zusammenarbeitens. Wir unterstützen die bereits bestehenden Ansätze zum Abbau von Diskriminierungen aktiv und bauen sie aus.
Unsere Kommunikation ist offen, wertschätzend und empathisch. In Problemlagen und Konflikten halten wir Spannungen aus, handeln systematisch, kritikfähig und gesprächsbereit. - VERANTWORTUNG
Wir übernehmen Verantwortung auf allen Ebenen. Das heißt für uns: Professionalität zu entfalten, Verbesserungsmöglichkeiten und Probleme zu erkennen und an Lösungen zu arbeiten.
Dabei gehen wir achtsam und nachhaltig mit personellen, finanziellen und natürlichen Ressourcen um, und handeln solidarisch und fürsorglich. Wir leben vor, was wir von anderen erwarten. - ZUKUNFTSORIENTIERUNG
Wir verstehen uns als lernende Organisation und gestalten zukunftsfähige Bildung im Sinne nachhaltiger Entwicklung. Dabei verbinden wir Beständigkeit mit dem Mut und dem Vertrauen, Neues zu entwickeln und zu erproben.
Strategische Ziele
Strategische Ziele zeigen auf, woran das Landesinstitut als Ganzes in den kommenden fünf Jahren arbeitet, um sich zu dem oben beschriebenen Kompetenzzentrum zu entwickeln, das die eigenen Werte spürbar im Alltag verankert hat. Sie sind damit ein Entscheidungsrahmen für Prioritäten und Verteilung von Ressourcen.
Die strategischen Ziele werden in den Organisationseinheiten und Teams auf jeweils eigene Ziele und spezifische Aufgaben ausgerichtet und konkretisiert und bilden die Basis der jeweiligen Jahresziele.
Die strategischen Ziele der kommenden Jahre sind gleichrangig zu sehen und lauten:
1. Wir optimieren regelmäßig unsere eigene Arbeit durch agile und datengestützte Prozesse.
- Wir implementieren zeitgemäße, wissenschaftsorientierte Standards in der Lehrkräfteausbildung und -fortbildung.
- Wir fördern die Entwicklung von Kindertageseinrichtungen und Schulen mit wissenschaftlicher Expertise, praxisnaher Beratung und kooperativen Entwicklungsprozessen.
- Wir haben Klarheit über unsere Wirksamkeit und können belegen, wie gut wir dabei jeweils sind (Grundlage: Zahlen und Daten).
- Wir stärken Strukturen und Prozesse, die immer wieder einen Austausch über die Fragen initiieren:
In welchem Maße erreichen wir mit dem, was wir tun und wie wir es tun unsere Ziele?
Was können wir anders machen, um unseren Zielen noch näher zu kommen?
2. Wir entwickeln Exzellenz, indem wir die Kompetenzen aller Mitarbeitenden am LIS kontinuierlich ausbauen.
- Wir fördern systematisch die persönliche und fachliche Entwicklung aller Mitarbeitenden und greifen hierfür auch auf bewährte Programme zurück.
- Wir machen die Kompetenzen aller Mitarbeitenden transparent und nutzbar, besonders im Onboarding.
- Wir stärken Innovationsfähigkeit und -freude strukturell und erwarten professionelles Mitgestalten.
- Wir arbeiten als professionelle Lerngemeinschaften – das heißt: Wir lernen systematisch voneinander und entwickeln unsere Praxis gemeinsam weiter.
- Wir gestalten Abläufe so transparent, dass einerseits Ausfälle einzelner Personen keine Arbeitsprozesse stoppen, andererseits sich neue Kolleg:innen problemlos einarbeiten können. Unser Wissen ist geteilt, dokumentiert und für andere nutzbar.
3. Wir arbeiten adressat:innenorientiert.
- Unsere Angebote entwickeln wir gemeinsam mit den jeweiligen Adressat:innen, deren Bedarfe wir in den Vordergrund unserer Arbeit stellen.
- Unsere Verwaltungsabläufe und unsere Verwaltungsorganisation sind effizient gestaltet und werden kontinuierlich immer stärker digitalisiert.
- Die Abteilungen und Referate ergänzen sich gegenseitig und arbeiten in gutem Austausch und gegenseitiger Wertschätzung. Pädagogik und Verwaltung sind vernetzt und aufeinander abgestimmt.
4. Wir schaffen verlässliche und flexible Formen der Vernetzung und Zusammenarbeit im LIS und mit anderen Akteuren.
- Verlässliche Strukturen werden weiterentwickelt und flexibel an Gegebenheiten angepasst.
- Interne und externe Kooperationen werden gepflegt und ausgebaut. Kooperation wird als gemeinsame Verantwortung über Organisationsgrenzen hinweg verstanden und aktiv gestaltet.
- Wir respektieren und wertschätzen die Beiträge der unterschiedlichen Menschen und Aufgabenbereiche im LIS zu unserem Auftrag als Institut.
5. Wir stärken die frühkindliche Bildung im Landesinstitut und etablieren sie so zu einer wichtigen Säule unserer Arbeit.
- Wir erkennen an, dass der frühkindlichen Bildung eine Schlüsselrolle zukommt und sie das Fundament insbesondere für Sprachkompetenz, mathematisches Denken und soziale Stabilität bildet.
- Wir verschränken daher zukünftig die frühkindliche Bildung sehr viel stärker als bisher mit der Grundschulbildung, damit deren beider Bildungs- und Förderauftrag bestmöglich gelingen kann.
- Wir stärken unsere Zusammenarbeit mit Akteur:innen der frühkindlichen Bildung.
6. Wir setzen die Ziele einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) organisationsweit um, indem wir diese sowohl intern leben als auch nach außen vertreten.
- Im Zentrum unserer Arbeit steht vor allem die Entwicklung und Vermittlung von Zukunftskompetenzen (Future Skills).
- Dabei konzentrieren wir uns vor allem auf die vier Handlungsfelder: „Globale Gerechtigkeit“, „Klimaschutz“, „Demokratiefähigkeit und Partizipation“ sowie „Gesundheit und Well-Being“.
- Den zukünftigen Weg gehen wir als „Whole Institution Approach (WIA)“ weiter, um BNE nicht nur punktuell, sondern abgestimmt, verbindend und wirksam im gesamten Institut weiterzuentwickeln.