Das Programm „Mathe sicher können“ (MSK) ist eine wissenschaftlich begleitete Initiative zur systematischen Förderung von Lernenden mit großen Lücken in den mathematischen Basiskompetenzen (z. B. Stellenwertverständnis, Brüche, Grundrechenarten).
In Bremen wurde das Programm schrittweise eingeführt und ist in weiten Teilen der Schullandschaft inzwischen fest verankert. Die Umsetzung in den Grund- und Oberschulen unterscheidet sich primär durch die Zielgruppen und die inhaltliche Einbettung.
Die Oberschulen machten im Schuljahr 2019/2020 den Anfang in Bremen, um den Schülern und Schülerinnen zu ermöglichen, mathematische Lücken aus der Grundschulzeit zu schließen und so das Weiterlernen in der Oberschule zu ermöglichen.
Zielgruppe: Das Programm richtet sich primär an die
Jahrgänge 5 und 6.
Diagnostik: Zu Beginn des 5. Jahrgangs durchlaufen die Schülerinnen und Schüler ein standardisiertes MSK-Screening um Förderbedarfe zu ermitteln. Darüber hinaus werden in jedem Themenbereich mithilfe der sogenannten Standortbestimmungen Daten über aktuelle Lernstände generiert.
Kleingruppenförderung: Die auf diesen Daten basierende diagnosegeleitete Förderung findet in moderierten Kleingruppen (meist 5 bis 8 Kinder) statt. Der Fokus liegt auf der Verstehensorientierung und Kommunikationsförderung.
Nach den ersten Erfolgen in der Sekundarstufe I startete das Programm im Schuljahr 2021/2022 auch an Bremer Grundschulen, um mathematisches Verstehen noch rechtzeitiger zu sichern.
Zielgruppe: Der Fokus liegt verstärkt auf den Jahrgängen 3 und 4 (teilweise vorbereitend ab Klasse 2).
Diagnostik: Auch in der Grundschule werden Standortbestimmungen zur Erfassung von Lernständen genutzt. Dazu gibt es viele weitere von der Lehrkraft zu initiierende Diagnosemomente, die im Rahmen des Begleitprogramms vom Landesinstitut für Schule (LIS) vorgestellt und von Lehrkräften in ihrem Unterricht erprobt werden.
Kleingruppenförderung: Mit eigens für die Primarstufe vorliegenden MSK-Materialien wird in Kleingruppen gearbeitet, oft integriert in flexible Förderzeiten des offenen und gebundenen Ganztags. Somit werden die erhobenen Daten aus den Standortbestimmungen und den Beobachtungen gezielt für das Umsetzen einer passgenauenr Förderung genutzt.
"Mathe sicher können" wird in Bremen als Basismodul sukzessive allen Schulnetzwerken angeboten. Die Basismodule bilden eine systematische Grundlage für eine fachlich starke Fachschaft und greifen mit ihren Zielsetzungen optimal ineinander. Weiteren Bremer Basismodule sind derzeit Startchancen-Mathematik und QuaMath.
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Das Förderkonzept "Mathe sicher können" wurde für die Klassen 3-7 von der Technischen Universität Dortmund in Zusammenarbeit mit weiteren Universitäten und der Unterstützung durch die Deutsche Telekom Stiftung entwickelt. Initiiert und geplant wurde es vom Deutschen Zentrum für Lehrkräftebildung Mathematik (DZLM), das bundesweit substantielle Angebote für die Unterrichtsentwicklung und Qualifizierung von Lehrkräften aller Ausbildungsphasen ausbringt. Der Forschungs- und Entwicklungshintergrund wurde erarbeitet in Kooperation zwischen Lehrkräften und Mathematikdidaktik der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Prediger und ihrem Team.